Geschichte der Stadt Braunschweig (ein Abriß)

(Quelle: Wikipedia, Stand 02. November 2006)


Gründungslegende der Stadt Braunschweig

 

Der Legende nach, die sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen lässt (s. Braunschweigische Reimchronik) (um 1290), soll die erste Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Braunschweig im Jahre 861 gegründet worden sein.

 

In der Reimchronik steht zu lesen:

„herzoge Brun dher greyf an / eyn erve dhes herzichtoumes / dher was eyn zelge disses boumes / dher andere herzoge Otte / ich hophe daz uns icht spotte / she scripht, an dher ich horte / we von herzogen Brune worte / begunnen daz nu heyzet Bruneswich / unde de borch algelich / dhe ittewenne darzo lach / dhe men Thanquarderode jach.“ („Herzog Brun trat an / sein Erbe am Herzogtum / er war der eine Zweig dieses Baumes / der andere Herzog Otto / Ich hoffe, dass uns die Quelle nicht täuscht / aus der ich erfuhr / wie von Herzog Brun das begonnen wurde / das nun Braunschweig heißt / und ebenso auch die Burg / die einst dabei lag / die man Dankwarderode nannte.“)

 

Besonders ausführlich wurde diese Legende vom mittelniederdeutschen Chronisten Hermann Bote (* um 1450; † um 1520) in der Braunschweiger Weltchronik (entstanden um 1500) beschrieben.

Dieser Darstellung zufolge entschieden sich die beiden sächsischen, evtl. aus liudolfingisch-ottonischem Geschlecht stammenden Brüder Bruno und Dankward, die Stadt Gandersheim zugunsten ihres Bruders Otto zu verlassen, um sich andernorts niederzulassen. An einer Furt an der Oker, an einer Stelle, wo Karl der Große während der Sachsenkriege ein früheres Dorf zerstört haben soll, beschloss Dankward zu Ehren der Apostel Peter und Paul eine Kirche sowie die Burg Dankwarderode zu errichten. Bruno ließ währenddessen Häuser an der Stelle erbauen, wo sich heute in der Braunschweiger Altstadt der Eiermarkt befindet, und stiftete darüber hinaus eine Kirche zu Ehren des heiligen Jakob. Bruno soll es schließlich auch gewesen sein, der dem Ort seinen Namen gab: Bruneswiek.

 

Hermann Botes Bericht über die Gründung der Stadt schließt mit den Worten:

„Brunswiek is von daghe to daghe, von jaren to jaren beter, starker, mechtiger geworden unde is eyne kronen unde eyn speygel des landes to Sassen unde der fursten to Brunswiek unde to Luneborch.“


Braunschweig unter Heinrich dem Löwen

 

Braunschweig wuchs unter Heinrich dem Löwen (* 1129, † 6. August 1195) Herzog von Sachsen (das damals auch Westfalen und Engern umfasste) und Bayern, zu einer mächtigen Stadt, die aus fünf „Weichbilden“, nämlich Altewiek, Altstadt, Hagen, Neustadt und Sack bestand. Zusätzlich gab es zwei Sonderbezirke, die Klosterfreiheit St. Aegidien und den Bereich der Burg Dankwarderode. Jedes dieser Weichbilde hatte sein eigenes Recht und somit sein eigenes Rathaus und Gotteshaus.

Heinrich baute Braunschweig zu seiner Residenz aus. Er erweiterte die brunonische Burg Dankwarderode, ließ die alte Kirche von 1030 niederbrennen und 1173 dem Braunschweiger Dom an ihrer Stelle errichten, der kurz vor Heinrichs Tod weitgehend fertiggestellt und mit dem Weihfest am 29. Dezember 1226 abgeschlossen war. Er ist St. Blasius, Johannes dem Täufer und Thomas Becket geweiht. Heute dient der Dom als evangelisch-lutherische Kirche.

Heinrich der Löwe erlangte so viel Macht, dass er den Löwen zu seinem Wappentier wählte und um 1166 einen Bronzelöwen gießen ließ, den er auf dem Burgplatz aufstellte (das Original befindet sich heute in der Burg, auf dem Platz davor steht eine originalgetreue Kopie)–die erste freistehende Bronzeskulptur nördlich der Alpen. Es ist das Wahrzeichen und Wappentier der Stadt.

Braunschweig war durch seine Lage an der bis hier schiffbaren Oker eine wichtige Handelsstadt und vom 13. Jahrhundert an Mitglied der Hanse.

Als über Heinrich den Löwen im Jahre 1180 die Reichsacht verhängt worden war, verlor er seine Titel als Herzog von Sachsen und Bayern. Er ging dann über mehrere Jahre in die Verbannung, konnte aber danach auf seinen mütterlicherseits ererbten Eigengütern (Allodialbesitz) bis zu seinem Lebensende verbleiben. Im Zuge der staufisch-welfischen Aussöhnung übertrug Heinrichs Enkel Otto das Kind seine Eigengüter auf Kaiser Friedrich II. und wurde mit diesen, erweitert um grössere Reichsgebiete, 1235 belehnt. Nach seinem Tod 1252 folgten ihm seine Söhne Albrecht der Große und Johann, die gemeinsam die Regentschaft übernahmen. 1269 kam es zur Teilung des Herzogtums, bei der Albrecht den südlichen Teil des Landes mit Gebieten um Braunschweig und Johann den nördlichen mit Besitztümern im Raum Lüneburg erhielten. Die Städte Braunschweig, bis 1671, und Lüneburg, bis 1512, blieben im Besitz des welfischen Gesamthauses.

 

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