Braunschweiger Mumme (lateinisch: Mumma Brunsvicensium oder Mumia – englisch: Brunswick Mum – französisch: Mom de Bronsvic), oft nur „Mumme“ genannt, war ursprünglich je nach Brauart ein schwach bis stark alkoholhaltiges Bier aus Braunschweig. Seine Entstehungsgeschichte reicht bis ins Spätmittelalter zurück. Aufgrund seiner ungewöhnlichen Zusammensetzung und der daraus resultierenden langen Haltbarkeit entwickelte sich die „Mumme“ schnell zum wichtigsten Exportartikel der Stadt und wurde in der frühen Neuzeit bis nach Indien und in die Karibik verschifft. Auch heute, nach mehr als 600 Jahren wird das mittlerweile alkoholfreie Getränk noch immer in Braunschweig abgefüllt und verkauft.
Die Geschichte der Braunschweiger Mumme
(mit freundlicher Genehmigung der H. Nettelbeck KG, Braunschweig)
1492
In diesem Jahr begann man mit der Produktion der Braunschweiger Mumme und bis etwa 1700 spielte die Produktion von Bier hier die Hauptrolle. Von Braunschweig aus entstand ein reger Handel mit Mumme über Hamburg und Bremen nach Großbritannien, Indien und den Niederlanden.
1603
Ein handelspolitischer Streit zwischen Braunschweig und Bremen begann und er dauerte fast 100 Jahre. Aufgrund des hohen Absatzes von Mumme wurde von den Bremer Bürgern die Durchfuhr der Mummetransporte zuerst verweigert und später mit einer hohen Steuer (pro Faß 1 bis 1 1/2 Reichstaler) belegt. Nach zahlreichen gescheiterten Versuchen seitens Braunschweig einigte man sich 1614 auf eine Steuer von einem 1/2 Reichstaler pro Faß. Der Verkauf der Mumme wurde fortan den Bremern überlassen.
1618-38
In diesen Jahren wurde der Streit durch den 30 jährigen Krieg unterbrochen.
1649
wurde das Durchfuhrverbot durch Bremen aufgehoben.
1675
Braunschweig stand mittlerweile unter der Herrschaft Herzog Rudolph August. Dieser war sehr an der Hebung des Handels seiner Hauptstadt Braunschweig interessiert und unterstützte den Export von Mumme.
Durch ihre gute Haltbarkeit diente diese gleichzeitig als Proviant auf den Handelsschiffen und erhielt so Ihren Namen Segelschiffmumme.
1712-19
Während dieser Zeit sank der Absatz der Mumme so rapide, dass man den Handel gänzlich einstellen mußte.
In der Mitte des 18. Jahrhunderts findet man in den Adressbüchern Braunschweigs unter 10 Brauereien nur noch 2 die Mumme brauen. Dies sind die alte und angesehene Brauerei Nettelbeck und die Firma Franz Steger (die stellte Ihre Produktion 1954 ganz ein). Die Brauerei H.Nettelbeck KG hatte zu dieser Zeit Ihren Standort im alten Fachwerkhaus Hinter den Brüdern 18.
1944
wurde das Gebäude im Krieg durch Bomben vollkommen zerstört.
1949
nahm man die Produktion in Braunschweig-Melverode 118 (heutige Bezeichnung: Leipziger Str. 184 in Braunschweig-Stöckheim) wieder auf.
Der Braunschweiger Lotterie-Einnehmer Leo Basilius übernahm das Rezept von den Geschwistern Nettelbeck. Bis heute wird die Braunschweiger Mumme von der Familie Basilius, mittlerweile in der 3. Generation von Herrn Christian Basilius produziert und vertrieben.